Socialbar Frankfurt – die Zweite
Katrin Kiefer | 25. Juli 2009Am 22. Juli fand in Frankfurt die zweite Socialbar statt, die ich gemeinsam mit Christian Kreutz organisiere. Dahinter steckt die Idee, dass sich Web-Aktivisten, NGOs, ehrenamtliche Helfer und Weltverbesserer gemeinsam treffen, kennen lernen, ihre Erfahrungen austauschen und Kooperationen schließen.
Diesmal fand das Treffen bei dem gemeinnützigen Spendenportal Helpedia statt. Über den Dächern Frankfurts im Uni-Turm versammelten sich 15 Teilnehmer, die teilweise sogar aus Bonn angereist waren. Besonders spannend fand ich die Teilnahme von Mitarbeiterinnen der Welthungerhilfe und Christoffel-Blindenmission.
Nach einer kurzen Vorstellungsrunde starteten Thomas Stolze und Achim Ritzmann mit einem kurzen Vortrag über Helpedia, verschiedene Spendenmöglichkeiten und auch Herausforderungen des Startups. Zusätzlich berichteten sie von ihren derzeitigen Plänen zur Umsetzung von so genannten “White Labels”. Diese sollen gemeinnützigen Organisationen ermöglichen, eigene Spenden- und Ehrenamtsportale mit Unterstützung von Helpedia aufzubauen. Ein erstes Pilotprojekt wurde gemeinsam mit der Tageszeitung taz umgesetzt.
Für mich stellt sich dabei die generelle Frage, inwiefern gemeinnützige Organisationen eigene soziale Netzwerke aufbauen oder auf etablierte Netzwerke wie Facebook, MySpace, XING und LinkedIn zurückgreifen sollten. Die Broschüre Social Networks for Nonprofits. Why You Should Grow Your Own von Common Knowledge fasst die Gründe für die Errichtung eigener Communites zusammen, u.a. individuelle Community-Gestaltung, hauseigenes Fundraising und Netzwerken, Zugriff auf alle Daten und schließlich Kontrolle. So haben in jüngster Zeit mehrere zivilgesellschaftliche Organisationen in Deutschland ihre eigene Community gegründet: Der WWF startete im April seine WWF Jugend Community, das Deutsche Rote Kreuz zum 150 Jährigen Jubiläum der Organisation im Juni das Netzwerk Blutspender und Greenpeace wird demnächst offiziell ihre Plattform GreenAction eröffnen, die seit Juli als offene Beta-Version genutzt werden kann. Neben dem hohen technischen Betreuungsaufwand und den intensiven Kosten der Konzeption solcher Netzwerke ist unklar, inwiefern Internetnutzer bereit sind, sich auf unzähligen Netzwerken anzumelden und zu engagieren.
Im Anschluss berichtete Christian Kreutz über politischen Aktivismus in Afrika. Insbesondere über Mobiltelefone können dort die Sorgen und Probleme der Bevölkerung unter ihrer Teilhabe authentisch und transparent vermittelt werden. Neue Gegenöffentlichkeiten entstehen zusätzlich auch über Facebook, wo sich tausende Menschen für Kampagnen und Proteste vernetzen. Den kompletten Vortrag und die Präsentation hat Christian Kreutz in seinem Blog veröffentlicht.
Schließlich möchte ich allen Interessierten noch einen Terminhinweis geben: Am 3. und 4. Oktober 2009 findet in Berlin das zweite Socialcamp statt, aus dem die Idee der Socialbar entstanden ist. Die Anmeldung für das Barcamp wird voraussichtlich im August möglich sein. Schnelles Handeln ist empfohlen, da dieses Jahr weitaus mehr Teilnehmer erwartet werden.






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