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Socialbar Frankfurt – die Dritte

Katrin Kiefer | 24. November 2009

logo socialbar Vor wenigen Tagen fand zum dritten Mal die Socialbar Frankfurt statt. In kleiner, aber feiner Runde diskutierten wir die Potenziale von Social Media für gemeinnützige Projekte. Besonders gefreut habe ich mich über die Teilnahme von World Vision und Naturefund. Nach einer lockeren Begrüßungsrunde startete ich eine kurze Präsentation mit ausgewählten Ergebnissen meiner Studie “NGOs im Social Web”.

NGOs im Social Web

Bereits nach kurzer Zeit vertieften wir unser Gespräch auf die Stärken und Schwächen des Mikroblogging-Dienstes Twitter für NGOs. Insbesondere beschäftigte uns die Frage, wie viel Aufmerksamkeit man für das Medium einplanen sollte oder was die Stärken des Mediums ausmachen. Christian Kreutz vom Blog crisscrossed betonte, dass NGOs den Blick weg von einzelnen Tools bzw. Werkzeugen hin zum Nutzen der Medien richten sollten. So liegen die Stärken vor allem in der Echtzeitkommunikation, in der persönlichen und direkten  Erreichbarkeit einzelner Stakeholder und der Mobilisierung von Menschen innerhalb kürzester Zeit, wie Kampagnen (beispielsweise das Twestival) immer wieder aufs Neue beweisen. Twitter hat aufgrund seines Netzwerkcharakters das Potenzial für soziale Veränderungen.

Der anschließende Vortrag von Katja Wiese, Naturefund, knüpfte an die Diskussion an und stellte die Paradigmen für eine Kommunikation im Social Web heraus. Die gemeinnützige Organisation, die sich gemeinsam mit Partnern weltweit für den Erhalt und den Schutz von Lebensräumen einsetzt, zielt in ihrer täglichen Arbeit auf die Kommunikation in Netzwerken, das Teilen von Wissen oder die Transparenz von Informationen. Sie folgen dem Credo eines gemeinsamen “Unsers”, das zum Beispiel auch eine Antwort auf die Frage der 12. NPO-Blogparade sein kann, in der es um die internen Herausforderungen für gemeinnützige Organisationen im Hinblick auf einen erfolgreichen Social Media Einsatz geht.

Neben all den positiven Seiten des Social Web rückten auch die Risiken in den Blickpunkt der Betrachtung. So berichtete World Vision von den Datenschutzschwierigkeiten, wenn beispielsweise auf Facebook Paten Fotos und Ortsinformationen ihrer Patenkinder veröffentlichen und damit eine Lokalisierung und Identifizierung der Leistungsempfänger möglich ist. Hier müssen trotz Netzwerken und offener, transparenter Kommunikation bindende Verhaltensregeln gefunden werden, um die Persönlichkeitsrechte Einzelner nicht zu verletzten.

Die dritte Frankfurter Socialbar endete mit der Erkenntnis, dass trotz der vielfältigen Chancen des Social Web das persönliche Face-to-face Gespräch nicht ersetzt werden kann und eine ganze andere Art der Kommunikation ermöglicht. Aus diesem Grund wird es auch im kommenden Jahr wieder eine Socialbar geben. Interessenten für die nächste Veranstaltung können sich ins Wiki eintragen.

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Dialog, Facebook, Netzwerke, NGO, Social Media, Socialbar, Transparenz, Twitter
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Socialbar Frankfurt – die Zweite

Katrin Kiefer | 25. Juli 2009

logo socialbar

Am 22. Juli fand in Frankfurt die zweite Socialbar statt, die ich gemeinsam mit Christian Kreutz organisiere. Dahinter steckt die Idee, dass sich Web-Aktivisten, NGOs, ehrenamtliche Helfer und Weltverbesserer gemeinsam treffen, kennen lernen, ihre Erfahrungen austauschen und Kooperationen schließen.
Diesmal fand das Treffen bei dem gemeinnützigen Spendenportal Helpedia statt. Über den Dächern Frankfurts im Uni-Turm versammelten sich 15 Teilnehmer, die teilweise sogar aus Bonn angereist waren. Besonders spannend fand ich die Teilnahme von Mitarbeiterinnen der Welthungerhilfe und Christoffel-Blindenmission.
Nach einer kurzen Vorstellungsrunde starteten Thomas Stolze und Achim Ritzmann mit einem kurzen Vortrag über Helpedia,  verschiedene Spendenmöglichkeiten und auch Herausforderungen des Startups. Zusätzlich berichteten sie von ihren derzeitigen Plänen zur Umsetzung von so genannten “White Labels”. Diese sollen gemeinnützigen Organisationen ermöglichen, eigene Spenden- und Ehrenamtsportale mit Unterstützung von Helpedia aufzubauen. Ein erstes Pilotprojekt wurde gemeinsam mit der Tageszeitung taz umgesetzt.
Für mich stellt sich dabei die generelle Frage, inwiefern gemeinnützige Organisationen eigene soziale Netzwerke aufbauen oder auf etablierte Netzwerke wie Facebook, MySpace, XING und LinkedIn zurückgreifen sollten. Die Broschüre Social Networks for Nonprofits. Why You Should Grow Your Own von Common Knowledge fasst die Gründe für die Errichtung eigener Communites zusammen, u.a. individuelle Community-Gestaltung, hauseigenes Fundraising und Netzwerken, Zugriff auf alle Daten und schließlich Kontrolle. So haben in jüngster Zeit mehrere zivilgesellschaftliche Organisationen in Deutschland ihre eigene Community gegründet: Der WWF startete im April seine WWF Jugend Community, das Deutsche Rote Kreuz zum 150 Jährigen Jubiläum der Organisation im Juni das Netzwerk Blutspender und Greenpeace wird demnächst offiziell ihre Plattform GreenAction eröffnen, die seit Juli als offene Beta-Version genutzt werden kann. Neben dem hohen technischen Betreuungsaufwand und den intensiven Kosten der Konzeption solcher Netzwerke ist unklar, inwiefern Internetnutzer bereit sind, sich auf unzähligen Netzwerken anzumelden und zu engagieren.

Im Anschluss berichtete Christian Kreutz über politischen Aktivismus in Afrika. Insbesondere über Mobiltelefone können dort die Sorgen und Probleme der Bevölkerung unter ihrer Teilhabe authentisch und transparent vermittelt werden. Neue Gegenöffentlichkeiten entstehen zusätzlich auch über Facebook, wo sich tausende Menschen für Kampagnen und Proteste vernetzen. Den kompletten Vortrag und die Präsentation hat Christian Kreutz in seinem Blog veröffentlicht.

Schließlich möchte ich allen Interessierten noch einen Terminhinweis geben: Am 3. und 4. Oktober 2009 findet in Berlin das zweite Socialcamp statt, aus dem die Idee der Socialbar entstanden ist. Die Anmeldung für das Barcamp wird voraussichtlich im August möglich sein. Schnelles Handeln ist empfohlen, da dieses Jahr weitaus mehr Teilnehmer erwartet werden.

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