Social Media in der Kinder- und Jugendhilfe
Katrin Kiefer | 10. Juni 2011Diese Woche fand in Stuttgart der 14. Deutsche Kinder- und Jugendhilfetag statt, zu dem ich vom Fachkräfteportal der Kinder- und Jugendhilfe für einen Vortrag über das Thema “Social Media in NPOs” eingeladen wurde. Gemeinsam mit Petra Borrmann von 2aid.org und Jörg Eisfeld-Reschke von ikosom gestalteten wir einen 90-minütigen Workshop rund um den Einsatz von sozialen Medien in der Kinder- und Jugendhilfe. Das Interesse am Thema war so groß, dass die Räumlichkeiten nicht ausreichten und einige Teilnehmer stehen bzw. vor verschlossenen Türen warten mussten.
Das Fachforum startete zunächst mit drei spannenden Einzelvorträgen:
- Relevanz von Social Media und aktuelle Nutzerzahlen im NPO-Sektor (Präsentation)
- Einsatzfelder von Social Media für NPOs und Einblick in die Social Media Umsetzung des Deutschen Kinderhilfswerkes e.V. (Präsentation)
- Erfolgsgeschichte von 2aid.org (Präsentation)
Im Anschluss an die Vorträge stiegen wir in die gemeinsame Diskussion ein. Es zeigte sich, dass sich immer mehr Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe mit den sozialen Medien auseinandersetzen und den Einstieg ins Netz vollziehen. Einzig Einrichtungen von öffentlichen Trägern fällt es schwieriger, in den entscheidenden Ebenen die Einführung von Social Media Profilen durchzusetzen. Hier ist weiterhin viel Geduld und großes Engagement seitens der Verantwortlichen gefragt.
Ein positives Erlebnis der Diskussion war die abnehmende Debatte um die Risiken oder Gefahren des Social Web. Zwar bedarf es besonders im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe eines intensiven Blicks auf die möglichen Risiken und Gefahren für junge Menschen, doch sind diese auch im realen Leben vorhanden. Jörg Eisfeld-Reschke kommentierte hierzu treffend, dass das Internet ein “Abbild unserer Gesellschaft” ist, mit den guten und schlechten Seiten. Stattdessen rückt die Bedeutung von Social Media immer mehr in den Vordergrund, wie auch jüngst die Neuauflage des Videos “Social Media Revolution 2011” eindrucksvoll in Zahlen visualisiert.
Darüber hinaus richtete sich der Fokus auf die regelmäßig diskutierte Medienkompetenz. Der aktuelle Fall von Thessa aus Hamburg zeigt, dass sich Kinder und Jugendliche der Folgen von Veröffentlichungen in sozialen Netzwerken nicht immer bewusst sind. Pädagogen fordern hier schon lange eine Ausweitung medienpädagogischen Unterrichts an Schulen. Doch reichen derartige Maßnahmen nicht aus, wenn Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Kinder- und Jugendhilfseinrichtungen die entsprechenden Kompetenzen fehlen, sie nicht in sozialen Netzwerken aktiv sind oder sich nicht mit den Privatsphäre-Einstellungen in Facebook und Co. auskennen. Allein diese Tatsache spricht für eine Ausweitung des Social Media Engagements freier und öffentlicher Träger der Kinder- und Jugendhilfe. Sie können Ihre “Klienten” nur dort erreichen, wo sie auch unterwegs sind und sich austauschen – im Social Web.








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