12. Runde der NPO-Blogparade: Interne Herausforderungen für NPOs
Katrin Kiefer | 5. November 2009Die Analyse der Social Media Aktivitäten von 60 deutschen gemeinnützigen Organisationen zeigte, dass das Social Web auch im Dritten Sektor zunehmend an Bedeutung gewinnt und insbesondere in diesem Jahr die Anzahl der neu eingerichteten Social Media Profile kontinuierlich ansteigt. Auf der anderen Seite lässt sich erkennen, dass sich die verschiedenen Social Media Kanäle häufig als “alte Kommunikation in neuen Kanälen” beschreiben lassen. So überwiegt die einseitige Informationsvermittlung oder klassische PR-Arbeit mit Verweisen auf Online-Pressemitteilungen. Oder es entsteht der Eindruck, dass einzelne Organisationen die verschiedenen Möglichkeiten ohne grundlegende Strategien einfach nur ausprobieren. Die eigentlichen Potenziale der Social Media – Stakeholderdialog, Vernetzung oder Transparenz – werden häufig nicht ausgeschöpft.
Günter Bressau vom Blog Bresgun hatte bereits im April 2009 im Rahmen der 7. Runde der NPO-Blogparade die Frage nach einer Web 2.0 Marketingstrategie für Nonprofit-Organisationen gestellt. Ich möchte nun gern daran anknüpfen und die Frage diskutieren, welche internen Herausforderungen überwunden werden müssen:
Welche Schritte müssen NPOs intern vollziehen, um Social Media erfolgreich einsetzen zu können?
Vermutlich stehen bei vielen Organisationen finanzielle und personelle Ressourcenengpässe im Vordergrund. Dies ließ sich auch den einzelnen Interviews, die ich für meine Masterarbeit durchführte, entnehmen. Doch hinter den fehlenden Ressourcen steht immer eine Entscheidung für oder gegen die Relevanz stärkeren Online-Engagements.
Vielmehr jedoch sollte die Frage, wie sich gemeinnützige Organisationen öffnen und die Umsetzung einer transparenten und authentischen Kommunikation fördern können, im Mittelpunkt stehen. Wie kann diese Öffnung überhaupt aussehen? Welche Inhalte können über Social Media nach außen weitergegeben werden? Beth Kanter stellt in ihrem Blog ein außergewöhnliches Beispiel für Offenheit einer gemeinnützigen Organisation vor: Das Indianapolis Museum of Art ermöglicht seinen Stakeholdern im sogenannten Dashboard rund um die Uhr Zugang zu verschiedensten Organisationsstatistiken. Als Beispiel aus dem Bereich Umweltschutz hat Greenpeace bei der Entwicklung ihrer Kampagnen-Community GreenAction frühzeitig über den Entwicklungsprozess berichtet und Interessenten offen an der Weiterentwicklung der Plattform im Beta-Stadium teilhaben lassen.
Neben dem internen Öffnungs- und Umstrukturierungsprozess müssen aber auch Regelungen gefunden werden, wie mit dem Feedback von Stakeholdern umgegangen wird? Wer übernimmt zur Feierabendzeit das Monitoring oder die Reaktion auf kritische Kommentare? Auch lässt sich fragen, ob gemeinnützige Organisationen wie klassische Unternehmen eine Social Media Policy benötigen? Die Liste ließe sich weiter fortsetzen.
Doch wie es bereits mein Blogger-Kollege Christian Henner-Fehr treffend formulierte, liegt aller Anfang vor allem in der Begeisterung für Social Media. In diesem Sinne bin ich gespannt auf Ihre Beiträge, Kommentare oder Erfahrungsberichte aus NPOs. Die 12. Runde der NPO-Blogparade läuft bis zum 22. November 2009. Wie die NPO-Blogparade funktioniert, wird hier erklärt.
Am Freitag, den 11.Dezember, findet von 11 bis 12 Uhr zum aktuellen Thema der NPO-Blogparade ein Twitchat statt. Sie sind herzlich eingeladen, sich an der Diskussion zu beteiligen. Offizieller Hashtag zum Twitchat ist #NPOchat.



Insgesamt ergibt sich ab dem Jahr 2007 ein deutlicher Anstieg im Angebot aller Social Media Anwendungen. Der stärkste Anstieg in jüngster Zeit zeichnet sich insbesondere beim Mikroblogging-Dienst Twitter ab. Vor allem die Organisationen des Umwelt- und Naturschutzes sowie der internationalen Entwicklungshilfe zählen zu den NGOs, die die neuen Kommunikationsmöglichkeiten frühzeitig in ihre PR-Arbeit eingebunden haben. Auch die Größe der Organisation, gemessen an der Anzahl der hauptamtlichen Mitarbeiter, beeinflusst den Einsatz von Social Media.





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