Social Media kostet Zeit
Katrin Kiefer | 31. Mai 2009Vor einigen Tagen fand an der Fachhochschule Osnabrück die Fachtagung „Blogs, Communities und das liebe Geld… Wie können Nonprofit-Organisationen das Web 2.0 nutzen?“ statt. Die Tagungsdokumentation und weitere interessante Internetlinks finden sich hier.
Als Keynote-Speakerin schilderte Brigitte Reiser vom Blog Nonprofits-vernetzt einmal mehr in einem sehr anregenden Vortrag die Potentiale des Social Web für gemeinnützige Organisationen. Aufbauend auf der Tatsache, dass das Social Web auf Vernetzung zielt, können sich zivilgesellschaftliche Organisationen untereinander und mit anderen Menschen vernetzen. Aus diesen Netzwerken können Organisationen vielfältige Ressourcen schöpfen, angefangen bei finanziellen Mitteln, Freiwillige bis hin zu Kooperation, Unterstützung und Legitimation für ihr eigenes Handeln. Aber auch politische und ökonomische Gründe zwingen Nonprofits immer mehr, die Grenzen des eigenen Sektors zu erweitern.
In den folgenden Beiträgen und Workshops, unter anderem von Ole Seidenberg alias SocialBlogger, Helpedia, Hannes Jähnert und Ulrich Schlenker von Deine Stimme gegen Armut, wurden die Chancen des Social Web auf den Gebieten des Online-Fundraising, Campaigning und Volunteering vertieft. Spätestens dann meldeten sich auch die Vertreter der klassischen Nonprofit-Organisationen, die nicht auf dem Podium vertreten waren, verstärkt zu Wort und berichteten von ihren Erfahrungen.
Neben den bekannten Problemen beim Einsatz des Social Web wie Organisationsstruktur und -kultur, Alter der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurde schnell der Einwand geäußert, Social Media kostet Zeit – zu viel Zeit. Das stimmt, hat dies schon vor einiger Zeit Beth Kanther bekräftigt. Die Betreuung von Communities, die Kommunikation mit Twitter-Followern oder der Aufbau eines interessanten Blogs ist nicht nebenbei im Alltagsgeschäft umgesetzt. Web 2.0 als Investment zahlt sich dennoch – vor allem in der Zukunft – aus. Es ist nicht mehr die Frage, ob man das Social Web einsetzten sollte, sondern vielmehr der Aspekt, wie kann man den größtmöglichen Nutzen daraus gewinnen.






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